23.06.2020

Neues aus der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI)

Die Corona-Krise zeigt noch einmal deutlich, welche Kraft und Stärke in der Kindertagespflege liegt. Bereits Ende April, als die erste Stabilisierung des Infektionsgeschehens sichtbar wurde, konnte die Kindertagespflege schrittweise die Betreuung wieder aufnehmen. Die kleinen Betreuungsgruppen und der enge Draht der Tagespflegepersonen zu den Eltern der von ihnen betreuten Kinder haben es möglich gemacht, dass bereits ab dem 20.4.2020 in vielen Tagespflegestellen der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte.

Als BASFI haben wir die Handlungsempfehlungen für die Kindertagespflege in Zeiten von Corona extra so gefasst, dass sie einen großen Spielraum für die individuelle Ausgestaltung der Betreuung lassen. Tagesmütter und -väter sind sehr unterschiedlich, Tagespflegestellen bieten sehr unterschiedliche Bedingungen und auch die Eltern haben sehr verschiedene Vorstellungen vom Umgang mit der Krankheit. Daher ist das Wichtigste, worauf wir als BASFI immer wieder hingewiesen haben, dass die Verabredungen zur Organisation der Betreuung nach Möglichkeit im Einvernehmen mit den Eltern getroffen werden. Diese Aushandlungsprozesse funktionieren in Kindertagespflege deshalb besonders gut, weil das Verhältnis zwischen Tagespflegepersonen und Eltern eng und familiär ist und die Flexibilität Grundbestandteil des Betreuungskonzeptes ist. Am 30.4.2020 lag wohl auch deshalb die Betreuungsquote in der Kindertagespflege bereits wieder bei 40 Prozent, bis Anfang Juni war sie schon auf rund 73 Prozent angestiegen.

Diese Zahlen zeigen, dass die Verlässlichkeit des Systems Kindertagespflege nicht nur gleichwertig mit Kita ist, sondern in der Krise diese sogar deutlich übertrifft. Kinder und deren Familien sind von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie besonders betroffen. Die Schließung der Schulen, der Betreuungseinrichtungen, der Spielplätze und anderen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wie Sportvereine und Schwimmbäder bedeuteten enorme Einschränkungen für die Familien – insbesondere in der Stadt. Da war und ist es eine unersetzliche Hilfe, dass die allermeisten Tagespflegestellen so früh wieder für die Kinder da waren.

Daher geht ein herzlicher Dank an alle Tagesmütter und -väter, welche mit Engagement, Kreativität und Fürsorge bei der Gestaltung des Betreuungsangebotes unter diesen besonderen Umständen für eine Entlastung der Familien gesorgt haben und sorgen.

Anja Quast, Referentin für Kindertagespflege, Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration

 

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